Im März 2001 verabschiedete die Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg ein Luftfahrtforschungs- programm (LUFO Hamburg), um den Aufbau einer zukunftssicheren und wettbewerbsfähigen norddeutschen Region für die Luftfahrt zu fördern. In den vergangenen Jahren wurden bisher unterschiedlichste Projekte unterstützt.
Das Projekt CARMA (Car Management on Aprons), das auch mit LUFO Hamburg-Geldern unterstützt wird, startete im November 2006 unter der Federführung der Flughafen Hamburg GmbH und hat eine geplante Laufzeit von 18 Monaten. Unter Berücksichtigung der Forschungsaktivitäten im Bereich der Advanced Surface Movement Guidance and Control Systeme (A-SMGCS) werden die Möglichkeiten der Implementierung eines Fahrzeug-Managementsystems am Flughafen Hamburg Fuhlsbüttel untersucht. In dem Projekt sollen die besonderen Anforderungen an ein solches System für den Flughafen Hamburg untersucht werden. Hierbei wird auch der Einsatz unterschiedlicher Technologien betrachtet und eine prototypische Umsetzung am realen Flughafen realisiert. Dieses Projekt dient dabei als Basis für das bereits gestartete Projekt "Wettbewerbsfähiger Flughafen" (WFF) aus dem Luftfahrtforschungsprogramm des Bundes. Hier sollen die Ergebnisse aus CARMA genutzt werden, um am Flughafen Hamburg ein operationell einsatzfähiges Fahrzeug-Managementsystem einzurichten.
Durch die Zusammenarbeit der Partner vom Flughafen Hamburg (FHG), der Industrie (Airsys, Airbus), der Deutschen Flugsicherung (DFS), Forschungseinrichtungen (DLR) und Hochschulen (TU Hamburg Harburg, Universität Hamburg, TU Braunschweig) ist ein Konsortium entstanden, das ein breites Kompetenz-Spektrum in das Projekt mit einbringt.
Die Geschwindigkeit in der Umsetzung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in neue, reife Produkte ist für den Hochtechnologiestandort Deutschland entscheidend. Für die Umsetzung innovativer Forschungsideen in industrielle Produkte sind neue Modelle zu entwickeln, um diesen Prozess zu beschleunigen. Zu diesen Modellen gehört eine engere Kooperation zwischen nationaler bzw. regionaler Forschung, industrieller Entwicklung und den Systemanwendern (Flugsicherung, Flughafen, Fluglinien). Insbesondere sind regionale Netzwerke und Infrastrukturen zu schaffen, in denen die innovativen Systeme mit vertretbarem Aufwand an praktischen Beispielen getestet und demonstriert werden können. Hierzu dürfen nicht nur Simulationen genutzt werden, sondern es müssen auch operationelle Feldtest-Plattformen (mit realen Daten) zum Einsatz kommen. Diese Infrastrukturen sind auch zur breitenwirksamen Darstellung der regionalen Luftfahrtkompetenz und zur praxisorientierten Lehre nutzbar. Sie sollen nicht nur projektbezogen etabliert werden, sondern nachhaltig über die Laufzeit mehrerer Projekte Bestand haben.